Zehentstadel

Der Obermenzinger Zehentstadel

Der Zehentstadel war dereinst der Aufbewahrungsort des vom Dorfmeier (Dorfältesten) eingesammelten „Zehenten“ – also einer Art Steuer –, welcher an die jeweilige Gutsherrschaft abzuliefern war. Seine Geschichte ist ab Ende des 17. Jahrhundert nachvollziehbar. Zwar gibt es noch früher datierte Fundquellen, in denen von einem Zehentstadel die Rede ist, jedoch gibt es zwei derartige Stadel in Obermenzing: einen kleinen bei Schloss Blutenburg und den großen Zehentstadel bei der Obermenzinger Mühle.

1866 jedenfalls übernimmt das „königliche Erziehungs-Institut der Englischen Fräulein in Nymphenburg“ als Pächter von Schloss Blutenburg auch diesen großen Zehentstadel. Als den Englischen Fräulein ab 1957 im Schloss die Schwestern des III. Orden folgen, bleibt im Pachtvertrag der Zehentstadel ausgeschlossen. Er wird als Lagerhalle für Eisenwaren, dann für landwirtschaftliche Maschinen genutzt. Schließlich pachtet ihn ab 1972 eine Hühnerbraterei.

Am 28. November 1978 stellte der Obermenzinger Stadtrat Wolfgang Vogelsgesang den Antrag, die Landeshauptstadt möge das historische Gebäude erwerben und damit einen geeigneten Versammlungsraum für die Vereine und Bürger schaffen. Erstaunlicherweise wurde das Gebäude dann schon am 24. Juli 1980 für insgesamt 50.000 DM gekauft. Damit ging eines der ältesten Gebäude Obermenzings in den Besitz der Stadt über und eine jahrelange Diskussion über die künftige Nutzung entbrannte.

Zehentstadel

Der Zehentstadel mit neuem Toilettenanbau und Würmbrücke
im Spätherbst 2000
Bild: Frieder Vogelsgesang

Bei der Gründung des „Verein Zehentstadel e.V.“ im Jahr 1981 war auch die Bürgervereinigung eng mit eingebunden. Vorsitzender Franz Amler sowie weitere Mitglieder der Bürgervereinigung zählten zu den Gründungsmitgliedern. Der Verein hatte jedoch nicht den erhofften Erfolg und ging sang- und klanglos unter. Aus der Mitte der Arbeitsgemeinschaft der Obermenzinger Vereine heraus etablierte sich als künftiger Ansprechpartner für die Stadt München eine neue Interessengemeinschaft und so gelang es unter Helmut Stangl, dem Vorsitzenden dieser Gemeinschaft, im Jahr 1994 den Stadel erstmals für öffentliche Nutzungen zu öffnen.

In den folgenden Jahren wurde er immer schöner herausgeputzt und erhielt inzwischen eine eigene Toilettenanlage, wobei die Arbeiten ausnahmslos durch Obermenzinger Vereine und deren Mitglieder durchgeführt wurden.

Für eine bürgernahe Nutzung des Obermenzinger Zehentstadels und zur Abhaltung größerer Vereinsveranstaltungen stiftete die Bürgervereinigung in den Jahren 1995 und 2002 Biertischgarnituren im Gesamtwert von über 5.000 Euro.

Veranstaltungen im Zehentstadel

Der Obermenzinger Zehentstadel wird vielfältig durch ansässige Vereine für öffentliche Veranstaltungen genutzt. Er steht in Einzelfällen auch privaten Anbietern zur Verfügung. Der Stadel verfügt über keine Heizung, eine Nutzung ist daher grundsätzlich nur etwa von April / Mai bis September / Oktober möglich. Außerhalb dieser Zeit finden nur wenige ausgewählte öffentliche Veranstaltungen statt (unter anderem Weihnachtsbazar, Krippenausstellung).


    Zehentstadel mieten

    Verwaltet wird der Stadel durch die Interessengemeinschaft Zehentstadel e.V. in Kooperation mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Vorrang haben öffentliche Veranstalter, es sind in freien Zeiten jedoch auch private Veranstaltungen möglich.

    Anfragen sind zu richten an:
    Irina Grob, Tel. 089 / 811 01 79, irina_grob(at)yahoo.de

    Der Mietpreis beträgt bei privaten Veranstaltungen für einen Tag 400,- Euro zuzüglich 70,- Euro Nebenkosten und Strom gemäß Verbrauch, der Veranstaltungszeitraum ist aus Gründen des Schutzes der Nachbarschaft zwischen 10.00 und 22.00 Uhr begrenzt. Teller, Gläser, Tassen und Besteck stehen für bis zu 120 Personen zur Verfügung.

    Für Vereine und Schulen gelten Sonderbestimmungen.